Große Bartfledermaus

Myotis brandtii

Körpermaße:
Kopf-Rumpfverhältnis: 39-52 mm
Unterarmlänge: 33-39 mm
Spannweite der Flügel: 190-240 mm
Schwanzlänge: 32-44 mm
Gewicht: 4,3-9,5 g
Lämge 5. Finger: 44-45 mm
Auffällige Merkmale: Kleine, lebhafte Art. Langer, spitzer Tragus, überragt die Einbuchtung am Hinterrand des Ohres, Ohraußenrand mit 4-5 Querfalten. Die Füße sind relativ klein, der Penis beim erwachsenen Männchen am Ende deutlich verdickt. Langes, eigenartig gekräuseltes Fell, Unterseite hellgrau, Oberseite hellbraun mit goldfarbenen Haarspitzen; Jungtiere mit schwarzgrauer bis graubrauner Oberseite. Gesicht rotbraun, bei Jungtieren schwarzbraun. Bartfledermäuse haben schmale Flügel. Rufamplitudenmaximum zwischen 40-50 kHz
Nahrung: Fängt hauptsächlich kleine Nachtschmetterlinge, Schnaken und Zweiflügler. Möglicherweise werden auch Insekten und Spinnen vom Boden aufgelesen.
Lebensweise und Lebensraum: Als Waldfledermaus stark an Wald und Gewässer gebunden. Dort und in Gärten findet auch der Jagdflug in niedriger bis mittlerer Höhe statt. Gern jagen sie an und über Wasserflächen. Der Ausflug ist meist in der frühen Dämmerung zu beobachten. Schneller und wendiger Flug. Die Sommerquartiere der Weibchen (Wochenstuben) sind meist in schmalen Spalten in und an Gebäuden, hinter Holz- und Schieferverkleidungen. Gern hinter Fensterläden. Die im Sommer einzeln lebenden Männchen gern in schmalen Fledermauskästen. In den Wochenstuben meist 15-50 Weibchen, in der Lausitz auch Quartiere mit über 100 Tieren. Winterquartiere in Höhlen, Stollen, alten Bergwerken, Kalkwerken, Kellerräumen und Bunkeranlagen. Vorzugstemperatur bei 2-5C und hoher Luftfeuchte. Hängt frei an der Decke oder der Wand, ausnahmsweise auch in Spalten, gern gemeinsam mit der Kleinen Bartfledermaus und Wasserfledermaus. Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartier sind üblich (bis 700 km).
Häufigkeit/Gefährdung: Die Art ist in Sachsen relativ selten. Im Oberlausitzer Teich- und Hügelland befinden sich der Verbreitungsschwerpunkt mit den meisten Wochenstuben. Bei der modernen Bauweise in und an Gebäuden entstehen kaum noch Möglichkeiten der Ansiedlung durch den Wegfall von Spalthohlräumen. Bei Rekonstruktionsarbeiten werden häufig Einschlupfmöglichkeiten verschlossen. Sehr nachteilig wirkt sich die Beseitigung von Fensterläden aus. Winterquartiere sind durch Verschluß der Einflugöffnung und Beunruhigung wehrend des Winterschlafes gefährdet. Schon geringfügige Änderungen des Mikroklimas kann zur Aufgabe des Quartiers führen. Habitatvernichtung oder -veränderung führt oft zu einer Änderung der Insektenfauna und dadurch u.U. zu Nahrungsmangel. Betroffen sind dabei insbesondere Feuchtgebiete. In Gartenanlagen kann der Einsatz von Insektiziden zu Vergiftungen führen.
Ähnliche-Arten:
Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Wasserfledermaus (Myotis daubentoni)