Graues Langohr

Plecotus austriacus

Körpermaße:
Kopf-Rumpfverhältnis:
Unterarmlänge: (35) 37-44,5 mm
Spannweite der Flügel: 255-292 mm
Schwanzlänge: 37-55 mm
Gewicht: 5-13 g
Daumen: kleiner 6 mm
Daumenkralle: kleiner 2 mm
Auffällige Merkmale: Mittelgroße Art; Ohren sehr groß, die an ihrer Basis auf der Innenseite miteinander verwachsen sind, Ohrmuschel dünn, 22-24 Querfalten, sind nur kurz vor Abflug und im Flug aufgerichtet, sonst zusammengelegt und nach hinten umgelegt (sieht dann wie Widderhörner aus), in Tageslethargie und Winterschlaf zusammengefaltet und unter die Flügel geklemmt, Tragus lang, lanzettförmig, fast von der Basis an grau pigmentiert, Augen relativ groß, Fell lang, Haarbasis dunkel, schiefergrau, Oberseite vorwiegend grau, Unterseite hellgrau, Haare der Kehle bis zu den Schultern weißlich, Schnauze und Oberlippe dunkelgrau, Ohren, Flughaut hell graubraun, Füße relativ kurz und klein 6-8mm, Rufamplitudenmaximum bei ca. 35 kHz.
Nahrung: Bevorzugen Schmetterlinge (70-90%), besonders mittelgroße und große Eulen, aber auch Zweiflügler und Käfer.
Lebensweise und Lebensraum: Synanthrope Lebensweise, Siedlungsgebiete mit offenen Ackerlandschaften, teilweise auch innerhalb der Ortschaften, Ausflug in Dunkelheit, fliegt hoch, schnell, geradlinig, jagt sehr geschickt, um Straßenlaternen, im freien Luftraum, in offener Landschaft, sammelt Beute von Blättern, Ästen ab, hat Fraßplätze, Jagdgebiete bis 2km vom Quartiere entfernt, wärmeliebende Art, im Norden Hausfledermaus, im Mittelgebirge warme Tallagen bevorzugt, Winterquartiere in Höhlen, Kellern, Stollen, aber auch in Spalten, z.T. gemeinsam mit Braunem Langohr, Temp. 2-9C, Sommerquartiere in Gebäuden, teilweise frei im First teils in Spalten und Balkenkehlen versteckt, Einzeltiere auch in Höhlen, sehr selten in Fledermauskästen, ortstreu, Entfernung Sommer-Winterquartier 20km, weiteste Wanderung 62km .Winterschlaf Sept./Okt. März/April, meist einzeln, Höchstalter 25,5 Jahre (HURKA,1989).
Häufigkeit/Gefährdung: Einige lokale Populationen sind stabil oder haben zugenommen, anderweitig Rückgang. Gefährdet durch Habitatveränderungen, Nahrungsentzug (Einsatz von Insektiziden, monotone strukturarme Kulturlandschaften), Beunruhigung oder Zerstörung von Winterquartieren, Mangel an geeigneten Sommerquartieren, Versiegelung oder Beseitigung von Winter- und Sommerquartieren, Veränderung der Bauweise an und in Gebäuden.
Schutz: Quartier- und Biotopschutz, Verzicht auf den Einsatz von Insektiziden und Holzschutzmitteln bei Sanierungsarbeiten z.B. auf Dachböden, Erhaltung von strukturreichen Landschaftselementen (Nahrungshabitat), höhlenreichen Altbäumen, Felswänden. Erhaltung und gezielte Schaffung von Sommerquartieren.
Ähnliche-Arten:
Braunes Langohr (Plecotus auritus)